
Goldene Kuh
2024
Farbstift und Pastel auf Papier

Kuh mit Plastiktüte
2023
Farbstift auf Papier
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In meiner Serie Wilder Müll setze ich mich mit den Folgen menschlicher Zivilisation auf die Tierwelt auseinander. Mit ölbasierten Farbstiften auf Papier porträtiere ich verschiedene Tierarten, wie sie mit dem in die Natur geworfenen Müll in Beziehung treten – nicht aus freier Wahl, sondern aus Notwendigkeit. Ein Einsiedlerkrebs, der sich in einem Stück Plastik niederlässt, Möwen, die rostige Dosen wie Trophäen um den Hals tragen, Ibisse, die in der urbanen Mülllandschaft mit Stadttauben um Essensreste konkurrieren, oder Kühe, die auf Müllhalden leben – all diese Motive stehen exemplarisch für eine neue, durch Menschen geschaffene Realität. Sie zeigen die groteske Symbiose zwischen Tier und Zivilisationsmüll: eine gezwungene Anpassung, die weder natürlich noch nachhaltig ist. Der Titel Wilder Müll verweist bewusst auf den gleichnamigen Begriff aus der Abfallwirtschaft, der das illegale Entsorgen von Abfällen im öffentlichen Raum bezeichnet. Ich benutze ihn jedoch auch im übertragenen Sinne – als poetisch-dystopische Beschreibung eines Zustands, in dem das Wilde, untrennbar mit dem Müllhaften, dem Weggeworfenen verschmolzen ist. Meine Zeichnungen verstehen sich als stille, aber eindringliche Kommentare zur ökologischen Krise. Sie konfrontieren den Betrachtenden mit einem Bild von Natur, das weder romantisch noch verloren ist, sondern im Überlebensmodus – kreativ, tragisch und tief verstörend. Durch die Wahl der zeichnerischen Mittel entsteht eine Intimität, die das Tragische in eine visuelle Poesie überführt – eine Poesie des Überlebens im Abfall unserer Zeit.